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Die St. Donatus- und Sebastianus – Bruderschaft Losheim

Die St. Donatus- und Sebastianus – Bruderschaft Losheim, deren eigentlicher Ursprung die (Sebastianus-) Schützenbruderschaft ist, wurde im Mittelalter gegründet. Die Bruderschaft ist eine christliche Vereinigung innerhalb der römisch-katholischen Pfarrgemeinde St. Peter und Paul in Losheim. Sie ist die älteste noch existierende Vereinigung im Ort.

Die Anfänge reichen zurück bis ins 12./13. Jahrhundert, als sie als Schützenbruderschaft existent war. Als im 13. /14. Jahrhundert in Losheim die Pest grassierte, wurde der hl. Sebastianus zum Schutzpatron der Bruderschaft erwählt. In der Reformationszeit (1517-1618) trat die Donatusbruderschaft in den Vordergrund, weil sie die Verbreitung der neuen Religion in der Pfarrei Losheim abgewehrt hatte. Diese existierte parallel zur Sebastianusbruderschaft. Die geschichtliche Spurensuche  legt nahe, dass die Entstehung der Donatusbruderschaft und die Verleihung des Marktrechts zum Donatusmarkt unter die Herrschaft des Kurfürsten und Erzbischof Johann von der Leyen (1556 – 1567) fallen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Jesuiten, die seit 1560 in Trier wirkten, an der Gründung der Donatusbruderschaft in Losheim beteiligt waren. Belegbar ist, dass die Donatusbruderschaft bereits um das Jahr 1610 existierte.

Der hl. Donatus ist der Schutzpatron gegen Unwetter vor allem bei Blitz- und Hagelschlag. Die vielen Unwetter der damaligen Zeit haben sicherlich dazu beigetragen, dass man den hl. Donatus zum Patron der Bruderschaft auserkoren hatte. Während dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) waren beide Bruderschaften fast erloschen. In dem Sendgerichtsprotokoll von 1627 (Pfarrsprengel Zerf) gibt es einen spärlichen Hinweis auf eine Bruderschaft in Losheim. Nach dem Visitationsprotokoll von 1739 bestand in der Pfarrei keine Bruderschaft mehr. Die Donatusbruderschaft wurde im Jahr 1759 unter Papst Clemens XIII wieder neu gegründet.
Im Verlaufe der französischen Revolution (1789-1799) hielt die Säkularisierung Einzug und alle kirchlichen Vereinigungen wurden verboten. Nach der Revolution wurde im Jahre 1805 die Donatusbruderschaft wieder rehabilitiert und bestand bis zum Jahre 1827 weiter, als der Bischof von Hommer im Trierer Bistum alle Bruderschaften sistiert (eingestellt) hatte. Einzige Ausnahme war die Bruderschaft zu Ehren des hl. Sakramentes und der Lehre Christi.
 
Als im August und September 1849 in Losheim die Cholera ausbrach gab dies den Anstoß, dass die ehemals bestandene Sebastianus Bruderschaft im Zusammenschluss mit der Donatusbruderschaft im Juni 1850 neu gegründet wurde. Sie besteht in dieser Form bis zum heutigen Tage. Vor diesem Zusammenschluss waren sie zwei eigenständige Bruderschaften.

Gegenüber früher, als die Bruderschaften schützende und soziale Aufgaben hatten, liegt heute ihre Haupttätigkeit in der Mitwirkung an kirchlichen Veranstaltungen. Dies umfasst die Teilnahme an Stiftungsmessen der Bruderschaft und an den Prozessionen an Fronleichnam und zur  Donatuskirmes. Traditionell ist es hier Aufgabe der Bruderschaft die Träger für den Baldachin zu stellen. Eine weitere wichtige Veranstaltung im Jahreslauf ist seit 1988 die Prozession zur Donatuskapelle an dem Fest Mariä Himmelfahrt.


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Urkunde vom 29. März 1489

LHA Koblenz

Die erste schriftliche Erwähnung der Bruderschaft, welche nicht näher mit Namen benannt ist, erfolgte am 29. März 1489. Hier handelte es sich laut Heimatforscher Pfr. Michael Schäfer (†) um die Sebastianus-Schützenbruderschaft.


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