Page 28 - Broschüre Stausee Losheim am See
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Am 7. September 1986 fand ein anderes, Bereits Mitte September boten sich unge-
jedoch nicht weniger spannendes Ereignis wohnte wie faszinierende Einblicke, denn
Bürgermeister am Stausee statt. Im Zuge einer technischen plötzlich verwandelte sich der Stausee in ein
Raimund Jakobs Sicherheitsüberprüfung am Staudamm musste Binnen-Wattenmeer. Besonders die Freude bei
(rechts) und Bauamts- das Wasser im Staubecken abgelassen werden: den Kindern war grenzenlos. Mit Gummistie-
rat Georg Schwarz 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser auf einer 31 feln stapften sie durch Matsch und Schlick auf
öffneten eigenhändig Hektar großen Fläche. Bürgermeister Raimund der Suche nach kleinen Krebsen und Mu-
den Schieber des Stau- Jakobs und Bauamtsrat Georg Schwarz vom scheln. Manche Erwachsene waren hingegen
damms. Landesamt für Umweltschutz drehten eigen- auf der Jagd nach verborgenen Schätzen im
händig das Handrad des Schiebers im Schacht Erdreich. Die Metallsonden spürten jedoch
Fotos: Werner Krewer des Staudammfußes auf. lediglich Nägel, Getränkedosen und weiteren
magnetischen Abfall auf.
Aus dem verbliebenen Tümpel von der Größe
eines Fußballfeldes und der Tiefe von gerade
einmal zwei Metern wurden im Oktober unter
der Regie von Werner Harth zentnerweise
Fische entnommen. Unter den umquartierten
Seebewohnern waren auch einige Karpfen von
beachtlicher Größe.
Ebenfalls im Oktober fand der Stausee-Lauf
zum bereits siebten Mal statt. Es gab einen
Anfängerlauf über 5 Kilometer sowie einen
Hauptlauf über 10 Kilometer. Der Leichtathlek-
tikclub Phönix Westsaar durfte sich als Ver-
anstalter über rund 250 Teilnehmer im Alter
zwischen 13 und 57 Jahren freuen.
Etwa zehn Tage dauerte es, bis der See voll-
ständig abgelassen war. Routinemäßig sollten
Reparaturen an der Asphaltabdichtung des
Staudamms vorgenommen werden, denn seit
der Fertigstellung im Jahr 1974 waren keinerlei
größere Mängel bei den jährlichen Kontrol-
len festgestellt worden. Zunächst verblieben
noch rund 10.000 Kubikmeter Wasser im
Staubecken, da der Fischbestand noch nicht
umgesetzt werden konnte. Erst mit Beginn
der Kaltwasserperiode konnte gezielt mit dem
Abfi schen begonnen werden.
Besondere Vorkehrungen benötigte auch der
Bereich des Feuchtbiotops der Vogelinsel.
Hier sorgte man mit einer Sandsackbarriere
dafür, dass dieses Areal nicht austrocknete. Die
Gemeinde nutzte den Leerstand, um verschie-
dene Arbeiten vorzunehmen. Am Westufer
wurde Strom verlegt und im Strandbad eine
Badeplattform gebaut. Auch der RSCL e.V.
nutzte die Chance und arbeitete fl eißig. Neue
Bootsstege mit Betonfundamenten wurden
angelegt. Auch die Slipanlage zum Einbringen Im leeren Stausee wurde
der Boote wurde erneuert. eine neue Badeplattform gebaut.
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