Jugendfeuerwehrspiele, Ehrungen, zwei neue Fahrzeuge und ein Wiedersehen mit einem echten Feuerwehr-Oldtimer: Beim Gemeindefeuerwehrtag am 8. August in Bachem gab es gleich mehrere Gründe zum Feiern.
Feuerwehrnachwuchs eröffnet den Festtag
Den Auftakt machten am Morgen diejenigen, die diese Geschichte eines Tages weiterschreiben sollen: die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehren. Um 9 Uhr starteten die traditionellen Jugendfeuerwehrspiele – und auch sie standen unter einem Jubiläumszeichen: 55 + 1 Jahre Jugendfeuerwehr Bachem.
64 Kinder und Jugendliche aus elf Löschbezirken der Gemeinde Losheim am See gingen in neun Gruppen an den Start. Dabei zählten nicht nur Schnelligkeit und sportliches Können. Geschick, Teamgeist und Feuerwehrwissen waren ebenso gefragt – und vor allem sollte der Spaß nicht zu kurz kommen.
Beim „Heißen Draht“, bei Knoten und Stichen, Wasserspielen, Dosenwerfen und „Skifahren“ stellten die Nachwuchsfeuerwehrleute ihr Können unter Beweis. Auch feuerwehrtechnisches Wissen war gefragt: So mussten beispielsweise Geräte allein durch Ertasten erkannt werden.
Die Stationen verteilten sich als Rundparcours durch das Dorf. Angesichts der sommerlichen Temperaturen hatten die Organisatoren darauf geachtet, möglichst viele Aufgaben in schattige Bereiche zu legen. Gegen 12.30 Uhr waren alle Herausforderungen geschafft – genau im Zeitplan. Danach stärkten sich die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit ihren Betreuerinnen und Betreuern beim Mittagessen.
Bei der anschließenden Siegerehrung würdigten Gemeindewehrführer Andreas Brausch und Gemeinde-Jugendbeauftragter Oliver Mohr die Leistungen der jungen Feuerwehrleute. Besonders groß war die Freude bei der Jugendfeuerwehr Rissenthal: Sie gewann zum dritten Mal in Folge und darf den Wanderpokal nun dauerhaft behalten.
„Bei diesen Spielen geht es um weit mehr als einen Pokal. Die Kinder erleben, dass man gemeinsam etwas schaffen kann, sich aufeinander verlassen muss und dabei jede Menge Spaß haben darf“, brachte es Andreas Brausch auf den Punkt.
Anerkennung für Menschen, die Verantwortung übernehmen
Mit der Begrüßung durch Gemeindewehrführer Andreas Brausch begann am frühen Abend der offizielle Teil des Gemeindefeuerwehrtages. Zahlreiche Gäste waren nach Bachem gekommen. Nach den Ansprachen von Ortsvorsteher Johannes Kautenburger, Löschbezirksführer Michael Schumacher, 1. Beigeordneter des Kreistages Frank Wagner, Bürgermeister Helmut Harth sowie Kreisbrandinspekteur Thomas Jager u.v.a. standen jene Personen im Mittelpunkt, die sich mit ihrem Einsatz für die Feuerwehr engagieren.
Insgesamt 34 Ehrungen und Beförderungen wurden ausgesprochen. Einige Ehrungen wurden vom Landesfeuerwehrverband nachgeehrt, hinzu kamen 16 Beförderungen der Gemeinde und 18 Ehrungen vom Landkreis, unterschrieben vom Innenministerium für 25, 35 oder 45 aktive Mitgliedschaft bei der Feuerwehr. Hinter jeder einzelnen Ehrung stehen Ausbildungsstunden, Übungen, Einsätze und die Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen – oft dann, wenn andere längst Feierabend haben. „Eine Feuerwehr lebt nicht allein von guter Technik. Sie lebt von Menschen, die bereit sind, ihre Zeit einzusetzen und füreinander einzustehen“, betonten die Redner, „Genau dieses Engagement verdient unsere Anerkennung.“
Zwei neue Fahrzeuge für neue Herausforderungen
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit der Einsegnung zweier neuer Einsatzfahrzeuge durch Pfarrer Kossmann. Für diesen besonderen Anlass hatte die Bachemer Feuerwehr ihre Neuzugänge herausgeputzt und in Eigenarbeit mit schickem Blumenschmuck versehen.
Neu im Fuhrpark ist zum einen ein Mannschaftstransportwagen (MTW), ein Ford-Bus mit acht Sitzplätzen, der bereits im Oktober 2023 angeschafft wurde. Die Gemeinde finanzierte das Fahrzeug, das unter anderem auch für den Transport der Jugendlichen genutzt wird.
Zum anderen konnte das neue Löschgruppenfahrzeug 20 für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS) offiziell eingesegnet werden. Das Löschfahrzeug war am 17. Juni in Bachem eingetroffen. Beide Fahrzeuge hatte man gleichzeitig bestellt, beim LF 20 KatS führten Verzögerungen in der Produktion jedoch zu einer deutlich längeren Wartezeit.
Das neue Fahrzeug gehört zu den modernen Einsatzfahrzeugen für den Katastrophenschutz und ist darauf ausgelegt, auch bei großflächigen Schadenslagen zuverlässig Hilfe zu leisten. Neben einem großen Wassertank führt es rund 420 Meter Schlauchmaterial mit. Eine Tankfüllautomatik und zahlreiche Staumöglichkeiten für zusätzliche Ausrüstung erweitern die Einsatzmöglichkeiten.
Gerade mit Blick auf zunehmende Wetterextreme gewinnt diese Ausstattung an Bedeutung. Das LF 20 KatS eignet sich besonders für Wald-, Flächen- und Vegetationsbrände. Löschrucksäcke, D-Schlauchmaterial und zusätzliche Wasserabgänge erleichtern die Arbeit auch dort, wo Einsatzkräfte mit herkömmlichen Fahrzeugen an Grenzen stoßen. Material für Unwettereinsätze, Allradantrieb und Schleuderketten für winterliche Straßenverhältnisse machen das Fahrzeug zusätzlich vielseitig.
„Die Anforderungen an Feuerwehren haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklärte Bürgermeister Helmut Harth. „Hitzeperioden, Starkregen oder Stürme stellen uns vor neue Herausforderungen. Mit dem LF 20 KatS sind wir für diese Aufgaben deutlich besser vorbereitet.“
Drei Generationen Feuerwehrgeschichte auf Rädern
Für einen besonderen Moment sorgten bei der Fahrzeugsegnung allerdings nicht nur die beiden Neuankömmlinge. Die Bachemer Feuerwehr hatte auch die Vorgänger des neuen Löschfahrzeugs nach Hause geholt – und machte damit ein Stück Ortsgeschichte sichtbar. Das bisherige Löschfahrzeug 8/6 befindet sich derzeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Bergen im Einsatz, da deren eigenes Fahrzeug repariert wird. Für den Festtag kehrte es nach Bachem zurück. Noch weiter in die Vergangenheit führte der Blick auf einen alten Opel Blitz. Er war einst das erste Löschfahrzeug der Bachemer Feuerwehr und ging 1993 zur Partnerwehr nach Unteraltenbernheim/Bayern und war dort noch bis 2009 in Betrieb. Anschließend wurde das Fahrzeug in private Hände verkauft. Die Verbindung zu Bachem riss dennoch nicht ab: Ein Feuerwehrangehöriger aus dem Ort kaufte den Oldtimer später aus Verbundenheit zur Geschichte des Löschbezirks zurück.
So standen beim Gemeindefeuerwehrtag schließlich drei Generationen Bachemer Löschfahrzeuge nebeneinander – Fahrzeuge, die seit 1965 nacheinander ihren Dienst für die Menschen im Ort geleistet haben oder noch leisten.
Ein Bild, das kaum besser hätte zeigen können, wofür dieser Jubiläumstag stand. Bürgermeister Helmut Harth brachte es auf den Punkt: „Die Technik verändert sich, die Aufgaben wachsen – doch die Idee dahinter bleibt dieselbe. Menschen sind bereit, anderen zu helfen, wenn sie gebraucht werden.“
Nach dem offiziellen Programm ging das Jubiläum auf der Festwiese hinter dem Feuerwehrgerätehaus in den geselligen Teil über. Feuerwehrangehörige, Familien, Gäste und Freunde feierten gemeinsam weiter – und ließen einen Tag, der Vergangenheit und Zukunft der Bachemer Feuerwehr miteinander verbunden hatte, bis in die späten Abendstunden ausklingen.