Page 71 - Broschüre Stausee Losheim am See
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dere in den Sommermonaten an Aktualität
gewinnt. Aus ökologischer Sicht stellen Blau-
algen kein Problem dar, denn der Losheimer
Stausee verfügt grundsätzlich über eine sehr Mit etwas Glück kann
gute Wasserqualität und weist nur geringe man den Eisvogel an
Nährstoff einträge aus der Landwirtschaft und einem angrenzenden
dem Abwasser auf. Leider reicht dennoch so- Bach in der Nähe des
gar dieser niedrige Nährstoffl evel aus, dass im Stausees bei der Jagd
Spätsommer die Blaualgenkonzentration die auf Fische beobachten.
gesetzlich festgelegte Warnstufe überschreitet.
Mit einem Bündel an Maßnahmen wird seit
Jahren versucht, das Wachstum von Blaualgen Am Beispiel des Losheimer Stausees lässt sich
im Stausee zu reduzieren. sehr gut nachvollziehen, dass viele verschie-
Die Gemeinde hat gemeinsam mit dem Angel- dene Faktoren im Zusammenspiel eines Öko-
pächter auch die Fischartenzusammensetzung systems von entscheidender Bedeutung sind.
im Blick. Für die Wasserqualität ist nämlich ein Durch gegenseitige Rücksichtnahme aller In-
hoher Raubfi schanteil förderlich, da Hecht und teressengruppen und Respekt gegenüber der
Co. den Friedfi schbestand auf niedrigem Le- Natur und ihren Bewohnern können wir alle
vel halten, was wiederum gut für Wasserfl öhe dazu beitragen, dass unser Stausee auch in
ist. Diese winzigen Seebewohner stehen auf den kommenden 50 Jahren seine bedeutsame
dem Speiseplan von Rotaugen, Karpfen und Rolle als Badegewässer, Freizeitzentrum, Trink-
anderen Friedfi schen, sind aber zugleich mit- wasserspeicher und Lebensraum für Flora und
verantwortlich für eine gute Wasserqualität, da Fauna erfüllen kann.
sie Algen fressen.
Seegäste können ihrerseits ebenfalls einen Bei-
trag leisten, um diesen ökologisch wertvollen
Lebensraum in unserer Gemeinde zu schützen.
Das beginnt damit, dass Müll weder im noch
am See und generell nichts in der Natur zu
suchen hat. Schonbereiche und Schilfzonen
sind als Rückzugsorte und Brutstätten von Tie-
ren unbedingt zu respektieren. In Hinblick auf
die Blaualgen-Thematik gilt außerdem, dass
der Stausee keine Freiluft-Toilette ist. Hierfür
gibt es ausreichende Sanitäranlagen entlang
des Sees. Menschlicher Urin enthält relativ viel
Phosphat in gelöster Form, das selbst in ge-
ringen Mengen in einem stehenden Gewässer
das unerwünschte Algenwachstum fördert.
Die ungiftige Ringel-
natter ist eine gute
Schwimmerin und
schätzt den Stausee als
Jagdrevier für Amphi-
Auch Haubentaucher, bien.
gut erkennbar an der
elegant aufgestellten Fotos: Bernd Konrad
Federhaube, werden
am Stausee regelmäßig
gesichtet.
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