Markt der Möglichkeiten im Losheimer Saalbau

Am 27. März 2026 wurde der Losheimer Saalbau für einige Stunden zu einem lebendigen Treffpunkt: Zwischen 13 und 17 Uhr fand bereits zum zweiten Mal der „Markt der Möglichkeiten“ statt. Im zweijährigen Turnus organisiert, ist er für Seniorinnen und Senioren wie auch deren Angehörige konzipiert und bringt sie Menschen zusammen, die sich informieren, austauschen und gemeinsam Zeit verbringen möchten. Die Initialzündung für diese Veranstaltung entstand durch die enge Zusammenarbeit der Gemeinde Losheim am See mit der Gemeindereferentin der Pfarrei Hl. Geist Losheim im Pastoralen Raum Wadern Barbara Jung. Zusammen übernimmt man jetzt bereits das zweite Mal die Organisation.

Ein Interview mit Dirk Neuhof und Lisa-Maria Pfeffler

Über Idee, Konzept und Resonanz sprechen Lisa-Maria Pfeffler, Seniorenbeauftragte der Gemeinde, und Dirk Neuhof, Fachbereichsleiter FB 5, im Interview mit Corinna Eicke, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Gemeinde Losheim am See.

Corinna Eicke: Wie ist die Veranstaltung eigentlich entstanden – und welche Idee steckt dahinter?

Lisa-Maria Pfeffler:
Der Idee für diese Veranstaltung stammt vom Runden Tisch des Pastoralen Raums und des Caritas Verbands, der regelmäßig organisiert wird. Über diesen Austausch sind wir als kommunaler Partner eingestiegen. Daraus entstand die Idee, eine Veranstaltung zu schaffen, die mehr ist als reine Information: ein Ort mit Vorträgen, Mitmachangeboten und Begegnungen. Unser Ziel war von Anfang an klar – wir möchten Seniorinnen und Senioren sowie ihre Angehörigen gezielt ansprechen und ihnen einen echten Mehrwert bieten.

Dirk Neuhof: Uns war besonders wichtig, zwei Dinge miteinander zu verbinden. Zum einen die Gemeinschaft: Der „Markt der Möglichkeiten“soll ein Ort sein, an dem man sich gern aufhält. Bei Kaffee und Kuchen entstehen Gespräche, man lernt neue Menschen kennen oder trifft alte Bekannte wieder. Genau diese persönlichen Momente machen die Veranstaltung so besonders.

Gleichzeitig spielt die Information eine zentrale Rolle. An den Ständen können sich Besucherinnen und Besucher umfassend beraten lassen – von Mobilität über Freizeitangebote bis hin zu Barrierefreiheit und therapeutischen Möglichkeiten. Besonders gefragt waren auch die Vorträge, viele davon waren komplett ausgebucht.

Corinna Eicke: Welche Vortragsthemen kamen besonders gut an?

Lisa-Maria Pfeffler: Das Interesse war insgesamt sehr groß. Themen wie „Patientenverfügung“, „Frühdiagnostik und Therapiekonzepte bei beginnender Demenz“ sowie „Einbruch und Diebstahl – Gefahren und Schutz“ haben viele Menschen angesprochen.

Gerade bei der Patientenverfügung merken wir, dass das Thema längst nicht mehr nur ältere Menschen betrifft. Vorsorge ist keine Frage des Alters. Es fällt vielen schwer, sich mit solchen Fragen auseinanderzusetzen – aber genau deshalb ist es so wichtig. Eine Patientenverfügung gibt Sicherheit, weil sie festhält, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht sind. In Kombination mit einer Vorsorgevollmacht entlastet sie Angehörige und stellt sicher, dass der eigene Wille respektiert wird.

Corinna Eicke: Neben Information und Austausch gibt es ja noch eine dritte Komponente der Veranstaltung. 
Welche ist das?

Lisa-Maria Pfeffler: Ganz klar: die Unterhaltung. Musik schafft Atmosphäre und verbindet Menschen auf eine besondere Weise. Andrea Schuler als Singer-Songwriterin und auch der Seniorenchor haben das Publikum begeistert. Man hat gespürt, wie viel Freude das gemeinsame Erleben bringt.

Corinna Eicke: Welche Rückmeldungen habt ihr bisher erhalten?

Dirk Neuhof: Die Resonanz war durchweg positiv. Besonders die Aussteller haben die Qualität der Gespräche hervorgehoben. Es ging nicht nur um kurze Kontakte, sondern um echte, intensive Gespräche. Viele haben auch die Möglichkeit genutzt, sich untereinander zu vernetzen und neue Kooperationen anzudenken.

Lisa-Maria Pfeffler: Auch die Mitmachangebote kamen hervorragend an. Die Demenzstationen des Demenznetzwerks wurden rege genutzt – viele Besucherinnen und Besucher haben ausprobiert, erlebt und verstanden. Die Materialien stellte die Ergotherapiepraxis ErgoMotio Praxis für Bewegung In 66687 Wadern-Morscholz zur Verfügung, wofür wir sehr dankbar sind.

Ein besonderes Highlight war auch die sogenannte Promillebrille vom Forum für Suchtfragen. Sie macht unmittelbar erfahrbar, wie sich Einschränkungen durch Alkohol, Drogen oder Übermüdung anfühlen: unscharfes Sehen, falsche Einschätzungen von Entfernungen, verlangsamte Reaktionen. Diese Erfahrung bleibt im Gedächtnis – und genau das ist der Sinn dahinter.

Dirk Neuhof: Was uns besonders gefreut hat: Viele Besucherinnen und Besucher haben direkt vor Ort Folgetermine bei den Ausstellern vereinbart. Das zeigt, wie konkret der Nutzen der Veranstaltung ist. Dabei wurde auch deutlich, welche Themen aktuell besonders bewegen. Sucht im Alter ist präsenter, als viele denken. Gleichzeitig sind ganz praktische Fragen wichtig – etwa der richtige Umgang mit dem Rollator. Die Verkehrswacht hat darauf hingewiesen, dass viele Geräte falsch eingestellt sind, was die Mobilität deutlich einschränken kann. Auch das Thema Palliativversorgung hat viel Resonanz erfahren. Das SAPV-Team berichtete vor allem von großem Interesse seitens der Angehörigen.

Corinna Eicke: Gibt es schon einen Ausblick – sind weitere Angebote für Seniorinnen und Senioren geplant?

Lisa-Maria Pfeffler: Auf jeden Fall – Die Seniorenarbeit in unserer Gemeinde lebt von ihrer Vielfalt und davon, dass viele Akteure Hand in Hand arbeiten. Besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenverein vor Ort gibt uns dabei starken Rückenwind.

So entsteht ein buntes Programm, das ganz unterschiedliche Interessen aufgreift: In Erste-Hilfe-Workshops wird wichtiges Wissen aufgefrischt, bei den Tablet-Treffs entdecken viele ältere Bürgerinnen und Bürger Schritt für Schritt die Welt der neuen Medien – oft mit kleinen Aha-Momenten und großer Freude. Wer sich kreativ ausdrücken möchte, findet z. B. im demnächst stattfindenden Workshop „Kreatives Schreiben“ den passenden Raum dafür.

Und auch das gemeinsame Erleben kommt nicht zu kurz: Das von den Seniorenverein e.V. in Kooperation mit den Filmfreunden organisierte Seniorenkino ist längst zu einem echten Treffpunkt geworden, der regelmäßig für volle Reihen und gute Gespräche sorgt. Insgesamt zeigt sich: Es gibt viele Ideen – und noch mehr Motivation, das Angebot weiter auszubauen.

Corinna Eicke: Ein letzter Satz zur Veranstaltung vielleicht?

Dirk Neuhof: Wir sind wirklich von Herzen dankbar für all die freiwilligen Helferinnen und Helfer – das war einfach ein großartiger Einsatz, ohne den vieles so nicht möglich gewesen wäre. Man hat gemerkt, mit wie viel Einsatzbereitschaft und echter Freude alle dabei waren.

Ein ganz besonderes Dankeschön möchten wir auch an die Kuchenspenderinnen und Kuchenspender aus der Pfarrei und dem Caritasverband richten. Die Rückmeldungen waren durchweg begeistert – und ganz ehrlich: Die Kuchen waren nicht nur gut, sondern wirklich sensationell.

Corinna Eicke:

Vielen Dank für das Interview.