Neueröffnung Jugendzentrum Scheiden

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Nach längerer Pause öffnet das Jugendzentrum in Scheiden wieder seine Türen. Am 22. August wird Neueröffnung gefeiert.

Sechs junge Menschen haben nicht nur Räume renoviert, sondern auch eine klare Idee entwickelt: Sie wollen einen Treffpunkt schaffen, an dem Jugendliche zusammenkommen, mitreden und selbst etwas auf die Beine stellen können.

Vor gut einem Jahr brachte Ortsvorsteher Ralf Zimmermann den Stein wieder ins Rollen. Nach längerer Pause des Jugendzentrums schrieb er die Jugendlichen im Ort an und lud zu einem ersten Treffen ein. Die Resonanz zeigte schnell: Der Wunsch nach einem eigenen Treffpunkt ist da. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Sechs junge Menschen übernahmen Verantwortung und machten sich daran, dem Jugendzentrum nicht nur einen neuen Anstrich, sondern auch eine neue Richtung zu geben. 

„Wir kommen hier nicht so leicht weg“ 

Warum ein Jugendzentrum in Scheiden gebraucht wird, bringt Vorstandsmitglied Josephine auf den Punkt: „Wir kommen hier nicht so leicht weg aus Scheiden. Ohne Führerschein ist man oft darauf angewiesen, dass einen jemand fährt. Gleichzeitig haben wir manchmal das Gefühl, dass Jugendliche politisch und gesellschaftlich nicht wirklich gesehen werden.“ 

Für Kinder gibt es viele Angebote. Wer älter wird, findet dagegen deutlich weniger Möglichkeiten – besonders direkt im Ort. Hinzu kommt der öffentliche Nahverkehr. Gerade am Abend oder am Wochenende wird ein Treffen mit Freunden, der Besuch einer Veranstaltung oder auch nur der Weg in den nächsten größeren Ort schnell schwierig. Was in einer Stadt vielleicht eine kurze Bus- oder Bahnfahrt ist, muss auf dem Land oft organisiert werden: Wer fährt? Wer kann abholen? Wie kommt man später wieder nach Hause? 

Für Jugendliche bedeutet das nicht nur weniger Mobilität. Es schränkt auch ihre Selbstständigkeit ein. Natürlich findet ein Teil ihres Lebens heute digital statt. Über Messenger, soziale Netzwerke oder beim Gaming bleiben Freundinnen und Freunde miteinander verbunden. Doch ein Bildschirm ersetzt nicht das Zusammensitzen, Reden, Lachen und gemeinsame Erleben. Genau dafür soll das Jugendzentrum wieder Raum bieten. 

Ein Treffpunkt, den Jugendliche selbst gestalten 

Das neue Jugendzentrum in Scheiden soll kein Ort sein, an dem ein fertiges Freizeitprogramm vorgegeben wird. Viel mehr wollen die Jugendlichen selbst entscheiden, was dort passiert. „Wir möchten erst einmal einen Treffpunkt schaffen, an dem sich alle willkommen fühlen“, sagt Lilly aus dem Vorstand. „Und dann schauen wir gemeinsam, was daraus entsteht. Vielleicht gibt es Gaming-Abende, Workshops oder Partys. Wichtig ist uns, dass die Jugendlichen ihre eigenen Ideen einbringen können.“ Dieser Ansatz passt zu einer Generation, deren Alltag zwischen digitaler und analoger Welt wechselt. Gaming und soziale Medien gehören genauso dazu wie Sport, Konzerte, Freunde treffen oder gemeinsam ausgehen. Der Wunsch nach Gemeinschaft ist deshalb keineswegs verschwunden. Er sieht heute vielleicht nur anders aus. 

Gerade darin liegt eine Chance für kleinere Dörfer wie Scheiden. Wenn Jugendliche erleben, dass ihre Ideen zählen und sie ihren Heimatort mitgestalten können, verändert sich auch ihr Blick auf das Dorf. Aus einem Ort, in dem man wohnt, kann ein Ort werden, mit dem man sich verbunden fühlt. 

Viel Arbeit – und sichtbare Ergebnisse 

Die sechs Vorstandsmitglieder haben in den vergangenen Monaten angepackt. Sie strichen die Räume neu, kümmerten sich um Tische und Couch und schafften einen Kühlschrank an. Auch der angrenzende Schuppen und das Bad wurden auf Vordermann gebracht. Neue Lichtinstallationen sorgen dafür, dass sich auch optisch einiges verändert hat. Wer heute den Jugendraum betritt, sieht deshalb nicht nur renovierte Räume. Man sieht auch, wie viel Arbeit und Eigeninitiative darin stecken. 

Das gilt ebenso für die Vorbereitungen zur Neueröffnung. Am 22. August ab 14.00 Uhr wartet auf die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreicher Abend mit Spielen und Angeboten, bei denen man miteinander ins Gespräch kommen kann. Natürlich ist auch für Essen und Getränke gesorgt: Slushmaschine, Würstchen und Pommes gehören zum Programm. 

Dass hinter einer solchen Eröffnung einiges an Organisation steckt, hat Josephine in den vergangenen Wochen selbst erlebt. „Ein bisschen stressig war es schon“, erzählt sie. „Die T-Shirts für die Eröffnung habe ich sogar während der Romfahrt bestellt. Sonst wären sie einfach nicht mehr rechtzeitig angekommen.“ Eine kleine Geschichte, die ziemlich gut zeigt, wie viel Engagement inzwischen in dem Projekt steckt. 

Über Scheiden hinausdenken 

6 Gemeinde Losheim am See Ausgabe Der Vorstand möchte auch den Kontakt zu anderen Jugendclubs suchen. Andere Jugendtreffs haben Erfahrungen gesammelt, Veranstaltungen ausprobiert und Lösungen für ganz ähnliche Fragen gefunden. Von diesem Wissen können alle profitieren. Die Jugendlichen aus Scheiden möchten deshalb Ideen austauschen, gemeinsame Projekte entwickeln und sich gegenseitig unterstützen. Daraus können neue Veranstaltungen, Kooperationen und vielleicht auch Freundschaften über die Ortsgrenzen hinweg entstehen. 

Für die sechs jungen Vorstandsmitglieder steht jetzt aber zunächst der 22. August im Mittelpunkt. Sie wünschen sich vor allem eines: dass viele Jugendliche kommen, neugierig sind und den neuen Treffpunkt mit Leben füllen. Denn am Ende entscheidet nicht die neue Farbe an der Wand oder die neue Couch darüber, ob das Jugendzentrum funktioniert. Entscheidend sind die Menschen, die kommen und hoffentlich daraus ihren eigenen Ort machen.