Ein großer Tag für die Feuerwehr in Bachem: Neues Löschfahrzeug stärkt Sicherheit und Katastrophenschutz
Mit Spannung erwartet - das neue Einsatzfahrzeug ist endlich angekommen
Auf diesen Moment haben die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bachem lange gewartet. Als das neue LF 20 KatS am vergangenen Mittwoch im Ort eintraf, war die Freude entsprechend groß. Das moderne Löschfahrzeug ersetzt das bisherige LF 8/6, das seit 1993 zuverlässig seinen Dienst verrichtet hatte.
Eigentlich sah der Brandschutzbedarfsplan zwar turnusmäßig ein neues Fahrzeug vor, allerdings sah man als Ersatz ein kleineres Fahrzeug der Kategorie LF 10 vor. Durch eine besondere Fördermöglichkeit des Landkreises ergab sich jedoch eine einmalige Chance: Für jedes beschaffte LF 20 KatS wurden Zuschüsse bereitgestellt. Dadurch konnte die Gemeinde ein deutlich leistungsfähigeres Fahrzeug anschaffen, ohne dass der Gemeinde höhere Kosten entstanden. „Solche Gelegenheiten muss man nutzen. Wir erhalten ein Fahrzeug, das unseren Einsatzkräften deutlich mehr Möglichkeiten bietet und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll beschafft werden konnte“, freut sich Bürgermeister Helmut Harth.
Passt das überhaupt ins Gerätehaus?
Noch bevor das Fahrzeug bestellt wurde, beschäftigte die Feuerwehr eine ganz praktische Frage: Würde der neue Löschwagen überhaupt in die bestehende Fahrzeughalle passen?
Mit Maßband, Taschenrechner und einer gehörigen Portion Hoffnung machten sich die Verantwortlichen an die Planung. Am Ende stand fest: Das Fahrzeug passt – und zwar auf den Zentimeter genau. Kein Wunder, denn das neue LF 20 KatS ist deutlich größer und schwerer als sein Vorgänger. Allein der Löschwassertank fasst nun 1.600 Liter statt bisher 600 Liter. Das bedeutet mehr Einsatzmöglichkeiten und wertvolle Zeitgewinne bei der Brandbekämpfung.
Für Waldbrände, Unwetter und Katastrophen bestens gerüstet
Das LF 20 KatS gehört zu den modernsten Fahrzeugtypen im Katastrophenschutz. Es wurde speziell dafür entwickelt, auch bei großflächigen Schadenslagen zuverlässig eingesetzt werden zu können. Neben dem großen Wassertank verfügt das Fahrzeug über umfangreiche Schlauchreserven von rund 420 Metern Länge, eine Tankfüllautomatik sowie zahlreiche Staumöglichkeiten für zusätzliche Ausrüstung.
Besonders wichtig wird dies vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme. Das Fahrzeug ist speziell für Wald-, Flächen- und Vegetationsbrände ausgestattet. Löschrucksäcke, D-Schlauchmaterial und zusätzliche Wasserabgänge ermöglichen den Einsatz auch unter schwierigen Bedingungen.
Hinzu kommen umfangreiche Materialien für Unwettereinsätze, ein leistungsfähiger Allradantrieb sowie Schleuderketten für winterliche Straßenverhältnisse.
„Die Anforderungen an Feuerwehren haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert“, erklärt Löschbezirksführer Michael Schumacher. „Hitzeperioden, Starkregen oder Stürme stellen uns vor neue Herausforderungen. Mit dem LF 20 KatS sind wir für diese Aufgaben deutlich besser vorbereitet.“
Eine lange Reise nach Bachem
Die Abholung des Fahrzeugs wurde für die Feuerwehr selbst zum besonderen Erlebnis. Neun Feuerwehrleute machten sich auf den Weg zum Herstellerwerk, um den neuen Löschwagen persönlich nach Hause zu bringen.
Die Freude über die Ankunft war umso größer, weil die Lieferung deutlich länger gedauert hatte als ursprünglich geplant. Der Aufbauhersteller sitzt in Polen nahe der ukrainischen Grenze und spürt die Auswirkungen des Krieges bis heute. Der Ausfall zahlreicher ukrainischer Arbeitskräfte führte zu erheblichen Verzögerungen in der Produktion. Insgesamt wurden sechs Fahrzeuge dieses Typs für den Landkreis Merzig-Wadern bestellt. Das Bachemer Fahrzeug war das letzte, das ausgeliefert wurde.
Begeisterter Empfang im Ort
Als der neue Löschwagen schließlich in Bachem eintraf, warteten bereits mehr als 50 Menschen auf die Rückkehr der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Doch bevor gefeiert wurde, stand zunächst Arbeit auf dem Programm. Routiniert räumten die Einsatzkräfte das alte Fahrzeug aus und bestückten den Neuzugang mit Material und Ausrüstung. Schließlich musste das LF 20 KatS von der ersten Minute an einsatzbereit sein. Erst danach wurde gemeinsam mit Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden aus den anderen Ortsteilen auf die gelungene Anschaffung angestoßen.
Seit mehr als 120 Jahren im Dienst der Gemeinschaft
Die Feuerwehr Bachem blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit ihrer Gründung im Jahr 1898 sorgt sie für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Das neue LF 20 KatS ist erst das dritte fabrikneue Löschfahrzeug in der Geschichte des Löschbezirks.
Aktuell engagieren sich 34 aktive Feuerwehrangehörige sowie neun Mitglieder der Jugendfeuerwehr im Löschbezirk. „Zum Glück mussten wir in den vergangenen Jahren zu vergleichsweise wenigen Einsätze ausrücken“, sagt Michael Schumacher. „Die meisten Menschen in Bachem gehen verantwortungsvoll mit dem Thema Brandschutz um, da können wir nicht meckern. Viele Haushalte erleichtern unsere Arbeit bereits durch vermeintlich selbstverständliche Dinge. Das Vorhandensein von Rauchwarnmeldern und funktionsfähigen sowie regelmäßig gewarteten Feuerlöschern gehört dazu.“
Im Einsatzfall arbeitet die Feuerwehr Bachem mit dem Löschbezirk Rimlingen zusammen. Aus dieser Zusammenarbeit sind über die Jahre nicht nur funktionierende Einsatzstrukturen, sondern auch gute Verbindungen – auch in anderen gemeinsamen Vereinen - entstanden. Auch das neue, gerade eingeweihte Bürgerhaus in Rimlingen teilen sich beide Orte einvernehmlich.
Feuerwehr braucht Menschen
Mit dem neuen Fahrzeug beginnt nun die nächste Aufgabe: Ausbildung und Training. „Die Technik in modernen Einsatzfahrzeugen ist beeindruckend, muss aber auch beherrscht werden“, erklärt Matthias Steuer, stellv. Löschbezirksführer. „Deshalb starten wir direkt am Wochenende mit mehreren Übungen, damit alle Kameradinnen und Kameraden möglichst schnell sicher mit dem Fahrzeug arbeiten können.“
Gleichzeitig wirbt die Feuerwehr um neue Mitglieder. Denn der Weg zur Einsatzkraft ist heute anspruchsvoller als früher. Wer aktiv mitfahren möchte, muss im Saarland zunächst die sogenannte Truppmannausbildung absolvieren. Diese umfasst rund 70 Ausbildungsstunden und endet mit einer Prüfung. „Viele unterschätzen, wie viel Fachwissen heute hinter dem Ehrenamt Feuerwehr steckt“, so Michael Schumacher. „Unsere Mitglieder investieren viel Zeit in Ausbildung und Übungen. Wir freuen uns über jeden, den wir für dieses wichtige Ehrenamt begeistern können.“
Mit dem neuen LF 20 KatS verfügt die Feuerwehr Bachem nun über modernste Technik. Entscheidend bleibt jedoch auch in Zukunft das Engagement der Menschen, die rund um die Uhr bereitstehen, um anderen zu helfen. Genau dieses Zusammenspiel aus moderner Ausrüstung und ehrenamtlichem Einsatz macht eine starke Feuerwehr aus.
Das neue Fahrzeug wird anlässlich des kommenden Gemeinde-Wehrtages in Bachem auch bald offiziell seiner Bestimmung übergeben.


