Heute arbeitet Astrid als Klimaschutzmanagerin im Fachbereich 4 – Umwelt- und Gemeindeentwicklung. Dort bringt sie zentrale Zukunftsthemen wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und umweltgerechte Entwicklung voran – nicht nur auf dem Papier, sondern ganz konkret im Alltag der Gemeinde Losheim am See.
Klimaschutz – ein Herzensthema
Der Weg dorthin war für sie kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung.
„Das Thema hat mich schon lange begleitet. Als Mutter von drei Kindern frage ich mich oft, wie unsere Welt in 20 oder 30 Jahren aussehen wird. Irgendwann war klar: Ich möchte nicht nur darüber reden, sondern aktiv mitgestalten.“
Aus diesem Antrieb heraus absolvierte sie von 2021 bis 2023 zusätzlich eine Ausbildung zur Klimaschutzmanagerin – parallel zu ihrer beruflichen Tätigkeit. Fachlich bringt sie als Diplom-Geografin ohnehin beste Voraussetzungen mit. Schon früher war sie als Fairtrade-Beauftragte in der Gemeinde tätig und arbeitete eng mit dem damaligen Klimaschutzteam zusammen. Als dort eine Stelle neu zu besetzen war, ergab sich für sie die Chance, in ihren eigentlichen „Herzensbereich“ zu wechseln.
Vom Konzept zur Umsetzung
Die inhaltliche Grundlage ihrer Arbeit steht bereits: Das kommunale Klimaschutzkonzept für unsere Seegemeinde liegt vor. Solche Konzepte sind kein Selbstzweck – sie bündeln konkrete Maßnahmen, mit denen Kommunen ihre CO₂-Emissionen senken können. Gerade Gemeinden spielen hier eine wichtige Rolle, denn ein Großteil der energiebedingten Emissionen entsteht auf lokaler Ebene, etwa durch Gebäude, Verkehr und Energieversorgung.
„Mein Vorgänger hat mit der Konzeption eine sehr gute Basis geschaffen, für die ich sehr dankbar bin “, so Astrid Härtel. „Jetzt geht es darum, die Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen und sichtbar zu machen.“
Ein Beispiel dafür ist die kommunale Wärmeplanung. Ziel des Konzeptes ist es aufzuzeigen, wie die vorhandenen Gebäude über möglichst klimafreundliche Heizsysteme versorgt werden können, z. B. über erneuerbare Energien, Nahwärmeinseln oder Abwärme. Das spart Energie, reduziert Emissionen und kann langfristig auch Kosten senken.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das Mobilitätsmanagement. Dabei geht es weniger um Verbote als um kluge Alternativen im Alltag. Kurze Wege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto, Fahrgemeinschaften oder die Nutzung von Diensträdern – kleine Veränderungen mit großer Wirkung. Studien zeigen, dass ein Großteil der Autofahrten unter fünf Kilometer liegt – genau hier setzt die Sensibilisierung an. Aktionen wie die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Stadtradeln“ helfen, solche Themen sichtbar zu machen und Menschen zum Mitmachen zu motivieren. Hierzu gehört auch der ÖPVN. Es ist zwar nicht jedes Dorf gut angebunden, es gibt aber viele gute Angebote, wie den Marktbus und Anrufsammeltaxis, die normalen Buslinien, die Bahn ab Merzig oder Türkismühle sowie die S-Bahn ab Lebach.
Auch die nachhaltige Beschaffung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Kommunen haben hier eine wichtige Vorbildfunktion, denn sie entscheiden täglich über Materialien, Produkte und Energiequellen. „Nachhaltigkeit beginnt oft bei ganz einfachen Fragen“, erklärt Astrid. „Welche Produkte kaufen wir ein? Wie langlebig sind sie? Und welche Ressourcen stecken dahinter?“ Dabei gilt: Viele kleine Entscheidungen summieren sich. Ob recyceltes Papier, energieeffiziente Geräte oder nachhaltige Brennstoffe – jeder Schritt zahlt auf das große Ziel ein.
Vernetzen, verbinden, gemeinsam handeln
Zentral für ihre Arbeit ist außerdem die Vernetzung. Klimaschutz funktioniert nur gemeinsam – innerhalb der Verwaltung, aber auch mit externen Partnern. Schulen und Kitas spielen dabei eine wichtige Rolle, denn hier wird Wissen weitergegeben und Bewusstsein früh geprägt. Gleichzeitig arbeitet A. Härtel auch intern eng mit anderen Fachbereichen wie z. B. dem Bauamt und dem TWL zusammen, die Aus- und Umsetzung der Projekte organisieren. „Ich verstehe meine Aufgabe als verbindend“, sagt sie. „Ich bringe Menschen, Ideen und Projekte zusammen – damit aus guten Ansätzen konkrete Lösungen werden.“
Am Ende steht ein Ziel, das alle betrifft: den eigenen CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Jede und jeder kann dazu beitragen – im Alltag, im Beruf, in kleinen Entscheidungen.
„Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen“, betont Astrid Härtel „Aber darum, bewusst zu handeln und Schritt für Schritt etwas zu verändern. Wenn viele mitmachen, entsteht daraus eine echte Bewegung.“
Die Gemeinde wünscht Astrid viel Spaß, Motivation und Erfolg im neuen Schaffensfeld.

